Ultras Rapid & Gate 13

Wie die Freundschaft zwischen den Grünweissen aus Wien und denen aus Athen entstand und letzten Dezember gefestigt wurde.

Begonnen hat alles mit einem E-Mail im Frühjahr 2001, wenige Tage vor dem Champions-League Spiel Sturm Graz – Panathinaikos. Nachdem die Griechen in Wien landeten und mit dem Bus nach Graz fuhren wollten sie die Gelegenheit nützen, um uns kennen zu lernen. Wir nahmen dieses Angebot natürlich an und schon am nächsten Tag saßen zwei von uns im Bus Richtung Steiermark. Die ersten Kontakt waren geknüpft. Ein Jahr später machten die Jungs vom GATE 13 auf ihrem Weg nach Prag (Champions League Spiel gegen Sparta) abermals in Wien einen Zwischenstopp. Am nächsten Tag machten sich dann rund 15 Wiener mit Bus und Autos auf den Weg nach Prag um PAO stimmkräftig zu unterstützen. Schon damals konnten wir feststellen, dass der Ruf, der den Griechen vorauseilt, keineswegs unbegründet ist. Sie sind heißblütiger und fanatischer als so manche Italiener. Nachdem uns die Griechen vom GATE 13 bei der Stadioneröffnung im November besuchten, folgte kurz vor Weihnachten unser erster Besuch in Athen. 15 Leute (UR und SIO) flogen nach Griechenland, während zwei Jungs von der Fossa dei Bastardi (jetzt GIOVENTÙ) mit Bus und Zug (!) anreisten. Wir verbrachten drei wundervolle Tage am Fuße der Akropolis und erlebten wahre Gastfreundschaft. Neben einem Volleyballmatch besuchten wir auch das Ligaspiel gegen Kallithea und verbrachten unvergessliche Stunden in der Lokalen der diversen Fanklubs (MAD BOYS, UNDERGROUND, EAST END), die uns ganz herzlich aufnahmen.  So war es für uns auch selbstverständlich eines unserer Transparente mit unseren griechischen Freunden zu tauschen und einen Freundschaftsschal herauszubringen.

 Zwei Wochen später stand dann das Derby gegen Olympiakos auf dem Programm, zudem wir mit 10 Leuten einflogen. Die Atmosphäre, die dabei im Stadion herrschte war unglaublich. Viel besser noch als die Derbys in Rom, Mailand oder Genua, die einige von uns auch schon erlebt haben. Blinder Hass war es, der  dazu führte, dass es schon vor Spielbeginn zu unzähligen Zusammenstößen zwischen den beiden Fangruppen kam. Dabei gab es unzulässige Verletzte von denen einige kurzfristig sogar  in Lebensgefahr schwebten. Schlussendlich gewannen unsere Grünen das Match gegen die verhassten Roten mit 2:0 und wir flogen mit der Gewissheit nach Hause das mit Sicherheit beste Derby Europas gesehen zu haben.

Nachdem uns die griechischen Freunde bei unserer 15-Jahre Feier beehrten, lag es an uns den griechischen Mob beim EC Auswärtsspiel gegen Anderlecht in Brüssel zu unterstützen. So machte sich ein ganzer Bus mit UR, Alte Garde, S.I.O. und vier Jungs vom GATE 13, die einige Tage in Wien verbrachten, am Mittwochabend auf den Weg in den Austragungsort des verlorenen Europacupfinales von 1996. Die Fahrt verging recht ereignislos und zu Mittag erreichten wir die belgische Hauptstadt. Nach einer kurzen Besichtigung des Atomiums machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, wo wir uns mit weiteren Griechen und den befreundeten Jungs von den Shamrock Rovers (Irland) trafen. Am frühen Nachmittag ging’s dann auf Richtung Stadion. Beim Stadion ließen wir uns bei einem Wirten nieder, bevor es dann zwei Stunden in den Ground ging. Dieser ist zwar schön zum anschauen, hat auch keine Laufbahn, aber die VIP Logen, die rund um das ganze Spielfeld gehen, stören doch gewaltig.  Wir befestigten unser Besuchstransparent über dem unserer Freunde, als wir dann auch unseren VIOLA MERDA Doppelhalter aufhängen wollten kam es zu einem heftigen Disput mit den belgischen Ordnern, die dieses Transpi als Provokation auffassten und kurzer Hand entfernten. Die anschließenden Handgreiflichkeiten sorgten dafür, dass einer unserer Jungs vorübergehend festgenommen und für zwei Stunden in Verwahrungshaft genommen wurde. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten verlor PAO das Spiel zwar mit 0:2, schaffte aufgrund des 3:0 Sieges im Hinspiel aber trotzdem den Aufstieg ins Viertelfinale. Nach dem Spiel kam es dann noch zu einer kurzen Straßenschlacht mit der belgischen Exekutive, Wasserwerfern  und den hiesigen Hooligans. Wieder kam es zu vorübergehenden Festnahmen. Um kurz nach 1 Uhr nachts konnten wir dann aber doch vollzählig die Rückfahrt antreten. Nach rund 16 Stunden waren wir dann wieder in Wien. Einen Tag später waren wir dann schon wieder on Tour. Zusammen mit den Jungs aus Athen ging’s nach Ried.

Ende Mai, schließlich folgte unser vorläufig letzter Besuch in Griechenland. 7 Mann machten sich auf den Weg Richtung Süden.

An und für sich hätte PAO an diesem Wochenende den Meistertitel feiern können, eine herbe 3:0 Niederlage im entscheidenden Derby gegen die Roten von Piräus zwei Wochen zuvor machte allerdings alle Träume zunichte. Die Fans vom GATE 13 ließen der großen Enttäuschung über diese Niederlage einige Tage später freien Lauf. Das Trainingsgelände wurde gestürmt und die Spieler attackiert. Das letzte Heimspiel von PAO wurde schlussendlich in Rhodos ausgetragen, um weiteren Zwischenfällen vorzubeugen. Unsere Jungs, die diesem Spiel an und für sich beiwohnen wollten, mussten somit leider in Athen ausharren, erlebten aber nichts desto trotz wieder unvergessliche Tage in fast schon familiärer Umgebung am Fuße der Akropolis.

Auf dass diese für beide Seiten so ergiebige Freundschaft noch lange anhalten möge...AND DON’T FORGET TO FUCK THE RED!