DAS HARTE LOS DER AKTIVEN FANS IM MODERNEN FUSSBALL! MITTEILUNGSBLATT DER ULTRAS RAPID 07/06

Die 7. Ausgabe unserer GO WEST! Beilage befasst sich dieses Mal mit dem Schicksal einer der führenden Ultras Gruppen Deutschlands, den Ultras Frankfurt, die ihre Aktivitäten vorübergehend einstellen und der xten Namensänderung des Innsbrucker Fussballvereins. Dieses Mal ist die Umbenennung aber auf alle Fälle nach dem Geschmack der aktiven Fanszene, die schon seit Jahren die Namensänderung in FC Wacker Innsbruck fordert.

Wie die meisten von Euch sicher mitbekommen haben, musste unsere Gruppe in den letzten Wochen einige Rückschläge einstecken. Darunter war nicht nur eine große Menge neu ausgestellter Stadionverbote für viele Mitglieder des harten Kerns von Ultras Frankfurt – noch schwerwiegender als dies war die Fanbeiratsitzung ein paar Tage nach dem Schalke-Auswärtsspiel. Äußerungen von Herrn Bruchhagen und Herrn Pröckl, wonach sie den Ultras, die aktuell mit einem Stadionverbot belegt wurden, absprechen, Fan von Eintracht Frankfurt zu sein, und zudem sagten, dass man solche Leute nicht im Kreis der Eintrachtfans benötigte, haben eine Lethargie innerhalb des Kerns der Ultras ausgelöst, die einem kompletten Bruch mit der Eintracht Frankfurt Fussball AG zur Folge haben kann, sofern es die nächste Zeit nicht eine letzte Annäherung gibt, bei der man die Situation zu entspannen versucht. Bei den betroffenen Personen handelt es sich zum Großteil um jene Leute, die noch vor kurzer Zeit Unmengen an Zeit und Geld geopfert hatten um u.A. für das Pokal-Halbfinale gegen Bielefeld oder das Finale in Berlin einen würdigen Rahmen in Form von riesigen Choreographien zu erschaffen.

Wir sind durchaus bereit, auch in unserem Verhalten Fehler einzuräumen, und Selbstreflexion zu üben, nicht aber zur völligen Aufgabe unsere Gruppenideale nur um der Eintrachtfangemeinschaft beiwohnen zu dürfen.

Nach langem Überlegen sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass die Ultras Frankfurt 1997 vorerst im Stadion nicht mehr als Gruppe aktiv sein werden. Das heißt nicht, dass keine Mitglieder der Gruppe, oder Untergruppen, die dem Kollektiv Ultras Frankfurt angehören, im Stadion präsent sind, Ultras Frankfurt 1997 gibt aber vorerst jegliche Verantwortung als Verband der Ultra’-orientierten Gruppen in Frankfurt, die bisher getragen wurde, auf.

Die Stadionverbote die es am Anfang der Saison gab, gründen im Wesentlichen auf 2 Vorfällen.

Zum einen erhielten über 30 Personen, die beim Ligaspiel in Köln (März 2006) vor dem Spiel in der Innenstadt festgenommen wurden ein Stadionverbot über 3,5 Jahre, wenngleich selbst die Polizei einräumte, dass es nur zu „kleineren Sachbeschädigungen“ kam, welche nicht zwingend von eben dieser Personengruppe gekommen sein müssen, da sich noch zahlreiche andere Kleingruppen in unmittelbarer Umgebung durch die Innenstadt bewegten.

Die zugehörigen Ermittlungsverfahren wurden deshalb logischerweise auch bereits eingestellt, der Zuständige beim 1.FC Köln weigert sich aber derzeit noch, die Verbote aufzuheben, wozu er laut Stadionverbot-Richtlinie allerdings „angehalten“ ist, da die Einstellung nach § 170 II (Einstellung mangels Tatverdacht) erfolgte. Begründet wird dies damit, dass man es zunächst mit der Polizei abwägen möchte, und es bereits Urteile gäbe, die Ermessenspielraum gewährleisten würden.

Der 2.Vorfall war am Saisonanfang in Gelsenkirchen, wo nahezu ein gesamter Bus mit Stadionverbot belegt wurde, auch Personen, die sich während dem Geschehen im Bus befanden.

Zugegeben ist in der Vergangenheit, auch von unserer Seite, nicht alles glücklich gelaufen, diese Stadionverbote sind aber ohne Frage nicht akzeptabel.

In der aktuellen Situation sind wir als Gruppe weder willens, noch fähig, so weiterzumachen, wie bisher. Daher wird es natürlich auch vorerst keine Choreographien im Waldstadion geben, die Ultras Frankfurt–Zaunfahne wird nicht mehr hängen, symbolisch hängt stattdessen eine schwarze Fahne, und die Zaunfahnen der Gruppen und Fanclubs, die sich solidarisieren, werden weiterhin falsch herum aufgehängt werden.

Als Gruppe werden wir stattdessen bei der 2.Mannschaft am Riederwald auftreten, wo die Führung des e.V.’s uns auch, soweit möglich, alle Freiheiten einräumt.

Dort möchten wir allen Fans, die willens sind, etwas anderes als den Bundesligaalltag zu erleben, eine Alternative bieten, und gleichzeitig auch den Stadionverbotlern zeigen, dass sie nicht alleine gelassen werden.

Bereits 2005, als nach den Vorfällen in Ahlen ein Konzept für „Stadionverbot auf Bewährung“ erarbeitet wurde, um auch hier, wie im normalen Rechtswesen üblich, den Leuten die Möglichkeit zu bieten, ihr Verhalten zu überdenken und nicht aufgrund eines Vorfalls, der möglicherweise nicht mal vor Gericht zu einer Verurteilung kam, ihr soziales Umfeld, zumindest was das Stadion angeht, zu verlieren. Dieses Konzept sah auch, analog zur deutschen Gesetzgebung, fußballspezifische Sozialleistungen als „Bewährungsauflage“ vor, käme also auch den Vereinen zugute.

Dieses Konzept wurde dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG vorgelegt, welche versprach, damit auch bei der DFL vorzusprechen. Seitdem ist nichts geschehen.

Dieser Text soll nur zur Information dienen und ist nicht als endgültige Entscheidung zu sehen.
Wir bitten die komplette Fanszene um Nachsicht, da wir momentan an einer Lösung der Situation arbeiten, aber noch nicht wissen, wie das ganze ausgehen wird. Gebt uns bitte die Zeit, über uns selbst und über die Gesamtsituation nachzudenken!

Ultras Frankfurt 1997, Oktober 2006

Stellungnahme des Fc Wacker Innsbruck Fanclubs "Nordpol Innsbruck"  zur Umbenennung ihres Vereins in FC WACKER INNSBRUCK.

Unser Stern geht immer wieder auf!

Ein großer Tag für Innsbruck, ein großer Tag für die Wackerfamilie und letztendlich vor allem ein großer Tag für die Tivoli Nord – am 20. Oktober 2006 wurde nun das offene Geheimnis der letzten Wochen gelüftet, im Planetarium zu Schwaz luden die beiden wackeren Vereine zur gemeinsamen Präsentation der Zukunft in schwarz-grün.

Daß dieses Thema von großem öffentlichen Interesse ist und Wacker Innsbruck einfach begeistert, bewegt und ansteckt war alleine schon daran zu erkennen, daß aufgrund der zahlreich anwesenden Medienvertreter und Fans zwei Durchgänge notwendig waren.

In dieser Mittagsstunde des gestrigen Tages hatte man den Eindruck, nicht nur dem FC Wacker Innsbruck sei ein Stern aufgegangen. Es waren für uns unglaublich schöne Momente, als man den Zuspruch für Reden und Präsentationen im Raum spürte, für alles wofür wir von der Tivoli Nord jahrelang gekämpft haben und nicht verstanden wurden.

Es war dies eine für alle Beteiligten schwierige, oft frustrierende, aber nie hoffnungslose Zeit - von der Euphorie rund um die Gründung der neuen Vereine wenige Monate nach dem FC Tirol-Crash, über die 2 Generalversammlungen bis hin zum zuletzt blühenden Vereinsleben unseres FC Wacker Innsbruck und den im Hintergrund laufenden Verhandlungen zwischen den Vorständen der beiden Vereine. Die eingestürzten Brücken wurden wieder neu aufgebaut, man fand wieder Vertrauen zueinander und konnte im konstruktiven Dialog eine Übereinstimmung und Zusammenführung erreichen.

Der Verein hat aus der Markenanalyse seine Schlüsse gezogen und erkannt, daß der FC Wacker Innsbruck ungebrochenen Kultstatus und dementsprechende Sympathien genießt. Auch die Außendarstellung des FCW im Wandel der Zeit wurde untersucht und man kam dabei auf die erschreckende Zahl von 11 Namens- und 13 Logowechseln, eine traurige Statistik, die im europäischen Clubfußball bis dato unerreicht sein dürfte. Genug ist genug – nur als Wacker Innsbruck kann man endgültig mit diesem Ausverkauf der Vereinsseele, der an sich unveräußerbaren Identität, aufräumen.

Dank dieser Erkenntnisse scheinen wir bald am Ziel angelangt zu sein: Der Vereinsname FC Wacker Innsbruck und das neue - durchaus ansprechende, weil in seinem Kern aus dem Gründerwappen bestehende - neue Logo sollen unabänderbare Konstanten werden, ebenso frei von externer Einflussnahme, durch Sponsoren, wie der Name unseres Tivolistadions.

In Zeiten der aus Stadt und Region entwurzelten Werksvereine bzw. der von anderen Interessensgruppen dominierten Sponsorenvereine, die ihre Identität und den Bezug zu ihrer Tradition für das schnelle Geld leichtfertig an den Bestbieter verscherbelt haben, ist diese Entscheidung für einen anderen, progressiven Weg gegen den Strom und gegen die Verkommerzialisierung ein erfrischender Anachronismus in der Welt des modernen Fußballs. (...)

GEGEN DEN MODERNEN FUSSBALL VII

ULTRAS RAPID BLOCK WEST 1988                        Wien, November 2006