DAS HARTE LOS DER AKTIVEN FANS IM MODERNEN FUSSBALL! MITTEILUNGSBLATT DER ULTRAS RAPID 05/06
Der mittlerweile schon fünfte Flyer zum leidigen Thema MODERNER FUSSBALL befasst sich heute wieder einmal mit besorgniserregenden Vorkommnissen in der Schweiz. Jenem Land also, das ganz zufällig zu-sammen mit Österreich die EM 2008 ausrichten soll. In Zürich soll die aktive Fanszene, so scheint es, aus-gelöscht werden. In Basel hingegen hat man nach langen Monaten, in denen Funkstille zwischen Verein und Fans geherrscht hat, endlich wieder eine vernünftige Gesprächsbasis gefunden.
FC ZÜRICH „FÖRDERT“ FANKULTUR
Der FC Zürich fördert seine Fankultur und will zu diesem Zweck unerwünschte Fangruppierungen ausschliessen.
Die Fans des FC Zürich sind bekannt für die eindrucksvollsten Choreographien der Liga. Ihr Gesang und ihre Vielfältigkeit tragen wesentlich dazu bei, dass der Stadtclub auch in dieser Saison sportlich sehr erfolgreich ist.
Die Fans des FC Zürich sind jedoch auch für gewaltbereite Ausschreitungen vor, während und nach den Spielen bekannt. Vorstand und Verwaltungsrat des Vereins haben nun genug davon und aufgrund jüngster Ereignisse entschieden, vorerst einmal die zwei inoffiziellen Fangruppierungen, „K4“ und „Fussball Prolls“ nicht mehr im Stadion zu tolerieren.
Zusammen mit der Polizei und den eigenen Sicherheitsorganen wird ein Massnahmenpaket geschnürt, welches dazu beitragen wird, dass diese Personen die Fankultur des FCZ nicht weiterhin zerstören werden. Ab sofort sind Anhänger dieser beiden Gruppierungen nicht mehr erwünscht. Wer aus diesen Gruppierungen trotzdem ein Spiel des FCZ besuchen wird, wird umgehend mit einem unbefristeten Stadionverbot aus sämtlichen Stadien der SFL verbannt werden.
Der FCZ steht für fairen Sport – sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Zuschauerrängen!
Quelle: Homepage FC Zürich
In diesem Zusammenhang eine Aussendung der Stadtpolizei Zürich zu den Vorfällen der letzen Wochen:
Stadtpolizei kontrolliert gewaltbereite Fussballanhänger und verhaftet vier Personen
Am frühen Samstagabend, 16. September 2006, kontrollierte die Stadtpolizei Zürich im Vorfeld des Fussballspiels FC Zürich (FCZ) – FC Thun im Zusammenhang mit einer Ermittlung 18 mutmasslich gewaltbereite Fussballanhänger. Vier Männer wurden verhaftet und der Staatsanwaltschaft zugeführt.Mit der gezielten Aktion will die Stadtpolizei ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft gewisser Matchbesucher setzen.
Anlässlich des Zürcher Fussballderbys vom 19. August 2006 wurden zwei Stadtpolizisten während einer Personenkontrolle von gewaltbereiten Matchbesuchern, die sich mit den beiden kontrollierten Männern solidarisierten, tätlich angegriffen und massiv bedrängt. Vor diesem Hintergrund unterzogen zivile und uniformierte Polizeikräfte vor dem Superleague-Spiel FCZ – FC Thun vom 16. September die mit dem Tram anreisenden Angehörigen eines als gewaltbereit aufgefallenen, inofiziellen Fanclubs des FCZ einer Personenkontrolle. Unter den zwecks Personenkontrolle vorübergehend verhafteten 18 Personen waren eine Frau und 17 Männer zwischen 17 und 34 Jahren. 14 Personen konnten am Samstagabend nach der Kontrolle wieder nach Hausse entlassen werden. Vier Schweizer zwischen 26 und 34 Jahren wurden festgenommen und am Sonntag der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich zugeführt. Alle vier Angeschuldigten erhielten einen Strafbefehl wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte und wurden heute Nachmittag wieder auf freien Fuss gesetzt. Das Strafmass bewegt sich zwischen 14 und 30 Tagen bedingt. Ziel der Kontrolle war einerseits die Ermittlung der Täter und andererseits die Deanonymisierung gewaltbereiter Fussballanhänger. Die Deanonymisierung hat sich als erfolgreiches Instrument, um Ausschreitungen gewaltbereiter Matchbesucher zu vermeiden, bewährt. Insbesondere will die Polizei damit auch Solidarisierungsaktionen verhindern. Immer öfter rotten sich aggressive Matchbesucher zusammen, um private Sicherheitskräfte, Angehörige der Bahnpolizei oder Polizeikräfte massiv zu provozieren und scheuen sich auch nicht, Gewalt gegen diese anzuwenden.
Quelle: Infostelle der Stadtpolizei Zürich, www.stapo-content.ch
Die Reaktion der Zürcher Südkurve wie folgt:
Kopfschüttelnd mussten wir am Montag über die Medien und ein weiteres Mal nicht intern von einem wiederholten Schnellschuss unseres Vereins erfahren. Jegliche jahrelangen Bemühungen eines fairen Ablaufs bei Erteilung eines Stadionverbots werden durch die angekündigten Massnahmen des Vereins (Verbote ganzer Gruppierungen) mit Füssen getreten. Repression dieser Art war nie die Sprache für eine Förderung von Fankultur, wie im Communique geschrieben, sondern ihr Todesurteil, wie viele Beispiele im In- und Ausland beweisen.
Ganze Fankreise werden kollektiv bestraft. Zu bestimmen, wer genau zu welcher Gruppe gehört, bereitet zum Teil selbst in Fankreisen Mühe. Es ist deshalb vorherzusehen, dass Gruppenzugehörigkeit von Personen aufgrund von Aussehen bestimmt wird. Diese Personen sollen daraufhin, wie im Communique beschrieben, mit Stadionverbot belegt werden. In diesem Fall kann südländisches Aussehen oder alternativer Kleidungsstil bereits genügen um ein solches zu erhalten. Diese Massnahmen könnten also einen Grossteil der Südkurvengänger treffen. Somit wird der Willkür Tür und Tor geöffnet!
Bei der Polizeiaktion vom Samstag wurden zum Beispiel Personen vier Stunden lang inhaftiert, welche während den im Polizeirapport als Grund für die Festnahmen aufgeführten Vorfällen am Derby, im Ausland weilten. Grund für die Auseinandersetzung während des Derbys im Stadion war die rüde Verhaftung eines ebenfalls fälschlicherweise beschuldigten Fans, welcher, sich nicht wehrend, auf den Boden gedrückt und vom Sicherheitsdienst mit einem Faustschlag traktiert wurde. An dieses Beispiel reihen sich weitere Vorfälle der nahen Vergangenheit. Auch dabei wurden zu Unrecht Personen (aufgrund ihres Aussehens) verdächtigt, an Ausschreitungen teilgenommen zu haben und mit Stadionverboten belegt. In einem Fall versuchte die bestrafte Person gar ein paar aufgebrachte Fans zu beschwichtigen.
Die auch im Vereinscommunique erwähnte Vielfalt ist durch diese neuerlichen repressiven Massnahmen massiv bedroht, und stellt einen weiteren Schritt in Richtung Sterilisierung unserer Fankultur dar. Was mit dem Ausschluss zweier nicht genau definierbaren Personenkreise anfängt, kann im Untergang unserer Südkurve enden, wenn wir nicht gemeinsam diesen willkürlichen Vorgehensweisen entschlossen entgegentreten.
Daher fordern wir:
- Die Aufhebung des angedrohten kollektiven Ausschlusses der beiden genannten „Gruppen“.
- Eine Anhörung aller Personen, welche zur Zeit oder zukünftig von einem Stadionverbot betroffen sind/ sein werden, sowie eine faire Prüfung der Beweislage.
Unser FCZ soll solange vor einer leeren Südkurve spielen (an Heim – und Auswärtsspielen), bis die oben genannten Forderungen erfüllt sind.
Somit soll unmissverständlich gezeigt werden, dass wir als Fans keine Kunden darstellen, welche brav ihren Gratis-Dienst leisten und so für den Verein gleichzeitig die Werbetrommel rühren. Vielmehr sind wir Teil des Vereins. Fügt man diesem Teil Schaden zu (wie dies mit diesen Massnahmen seitens des Vereins eindeutig der Fall ist), fällt dieser Schaden auf den ganzen Verein zurück, und zwingt uns in die Lage, unsere Mannschaft nicht so, wie wir es uns als Südkurve gewohnt sind, unterstützen zu können.
Quelle: Homepage der Südkurve, www.suedkurve.ch
Annäherung in Basel
Letzte Woche hat die Arbeitsgruppe „Muttenzerkurve – Sicherheit und Fans“ in Basel ihren Abschlußbericht vorgestellt. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe, der Vertreter des FC Basel, der Basel United AG, des Fanprojekts Basel und des Dachverbandes Muttenzerkurve angehören, kam man unter allen Beteiligten zu folgenden Übereinkünften um Ausschreitungen wie am vergangenen 13. Mai beim Heimspiel gegen den FC Zürich in Zukunft zu verhindern: Die Fussballfans des FC Basel, die einen Platz in der Muttenzerkurve haben, müssen sich nicht mehr registrieren lassen. Auch ein Fahnenpass ist nicht mehr nötig. Dafür wird vor der Muttenzerkurve und dem Gästesektor ein Zaun errichtet. Ausserdem gibt es zusätzliche Anlaufstellen: Ein neuer Fanbetreuer arbeitet unabhängig vom bisherigen Fanprojekt und vom Club wird ein offizieller FCB-Sicherheitschef eingesetzt.
Wesentlicher Bestandteil des künftigen Sicherheitskonzepts im Stadion St. Jakob-Park soll neben der profesionellen Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsfachleuten des Clubs, von Basel United und der Polizei ein intensivierter Austausch zwischen dem FCB, dem Fanprojekt Basel und Fans sein. Die Fans bekennen sich vorbehaltlos zum FCB. Sie werden sich in diesem Prozess der Zusammenarbeit für die Gewährleistung der Sicherheit im St. Jakob Park und für die Pflege des Images des FCB und seiner Anhängerschaft mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln engagieren.
Quelle: www.muttenzerkurve.ch
GEGEN DEN MODERNEN FUSSBALL V
ULTRAS RAPID BLOCK WEST 1988 Wien, September 2006 |