DAS HARTE LOS DER AKTIVEN FANS IM MODERNEN FUSSBALL! MITTEILUNGSBLATT DER ULTRAS RAPID 03/06

Ihr haltet mittlerweile den dritten Folder zum Thema DAS HARTE LOS DER AKTIVEN FANS IM MODERNEN FUSS-BALL! in Händen. Den Schwerpunkt bildet dieses Mal Ferencváros Budapest, das in die zweite Liga strafversetzt wur-de. Ende Juli dieses Jahres erreichte uns die Nachricht, dass der ungarische Rekordmeister Ferencváros vom nationa-len Fußballverband keine Lizenz mehr für die erste Liga bekommt. Ferencváros musste damit das erste Mal in seiner 107jährigen (selbes Gründungsjahr wie Rapid) Geschichte den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Die Gründe dürf-ten in undurchsichtigen Geschäften der Vereinsführung liegen. Folgend ein Interview mit einem Vertreter der Fradi Kurve.

- Wie kam es zum Zwangsabstieg von Ferencávaros in die 2. Liga?
Der Hauptgrund liegt darin, dass Ferencváros Schulden in der Höhe von 3.850.000 Euro hat. Der Ungarische Fußballverband gab dem Klub am 31. Mai 2006 die Lizenz für die erste Liga. Zwei Wochen später hat die Liga dann die Lizenz zurückgezogen. Dann ging es eine Weile hin und her und letztendlich wurden wir doch in die zweite Liga geschickt.
Die Verantwortlichen sitzen oder saßen im Verein. Es waren Investoren wie Vársezgi, der vom Verein ausstieg, und sich alle Marketingrechte unter den Nagel gerissen hatte. Verantwortliche sind jedoch auch in den Reihen des Fussballbundes und der Politik zu suchen, die die Chancengleichheit nicht gewährt haben. Dilettanten und korrupte Personen in der Vereinsführung brachten den Verein dorthin wo er jetzt ist.

- Welche Protestmaßnahmen gab es eurerseits?
Als feststand, dass wir dieses Jahr in die zweite Liga müssen, haben die Fans sofort Proteste organisiert. Am 28. Juli kamen ca. 600 Fans zusammen. Wir haben verschiedene Straßenkreuzungen in der Stadt blockiert und einige Spruchbänder präsentiert: REIN WERDEN, FERENCVÁROS LEBENSLANG, GERECHTIGKEIT FÜR FERENCVÁROS!
Am Abend gab es dann noch jede Menge Pyro, um uns noch mehr bemerkbar zu machen. Danach haben wir eine offizielle Demo organisiert. Plakate wurden gedruckt und in ganz Ungarn aufgehängt. Der 12. August, der Tag des ersten Heimspiels, wurde zum Tag des Zusammenhaltens ernannt. Zur Demo kamen dann rund 5000 Fans, darunter auch viele berühmte Sportler von Ferencváros, die die Anliegen der Fans teilen. Das aktuelle Präsidium sollte abdanken und eine neue Vereinsführung das Ruder übernehmen. Zum Spiel selbst kamen 15000 Zuschauer. Auch während des Matches gab es Protestspruchbänder. Seitdem haben 2 Mitglieder des Präsidiums den Verein verlassen. Ein kleiner Erfolg für uns und ein erster Schritt in die richtige Richtung.

- Wie seht ihr die Zukunft des Vereins bzw. der Fanszene in der 2. Liga?
Ferencváros hatte in der ersten Liga am meisten Fans. In der zweiten Liga wird der Zuspruch noch größer sein. Wir haben 5.000 Dauerkarten verkauft. Das bedeutet wir haben bei jedem Heimspiel rund 10.000 Zuschauer. Auswärts reisten wir beispielsweise mit 5.000 Leuten nach Szolnok. Der Kader wurde nicht schwächer im Vergleich zur Vorsaison. 2-3 frühere Nationalspieler kamen aus dem Ausland zurück um Ihren Verein in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Finanzielle gesehen ist es schwieriger. Klar ist, dass die Vereinsführung komplett verschwinden muss. Es gibt mehrere Investoren und Interessengruppen, die in den Verein investieren möchten, es aber nicht können, solange es keine klaren Verhältnisse gibt. Da die Vereinsführung bereits entscheidungsunfähig ist, ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis der Wiederaufbau beginnen kann.
Unserer Meinung nach sind die Fans von Fradi wie eine große Familie. Das gilt gerade jetzt in der zweiten Liga. Wir gehen gmeinsam einen neuen Weg. Die Ultras haben vereinbart, dass es das Wichtigste ist, jetzt hinter der Mannschaft zu stehen. Wir werden gerade jetzt 100% geben und die Jungs unterstützen. 

- Allgemeine Frage: Repression und Kommerz in Ungarn?
Das größte Problem sind Großkonzerne, die nicht auf das Wohl der Klubs schauen, sondern sich die Vereine unter den Nagel reißen, um mit den Immobilien und Gründstücken des Vereins zu spekulieren. Hotels und Einkaufszentren rund um die Stadien werden geplant um noch mehr Kohle zu machen. Die Interessen der Klubs und der Fans spielen keine Rolle mehr. Allen Vereinen in Ungarn geht es finanziell schlecht, deshalb verkaufen sie sich leider zu bereitwillig an solche Konzerne. Es wird nicht mehr lange dauern und die ersten Stadiennamen werden verkauft. Der moderne Fussball macht auch vor Ungarn nicht halt.

- Wie seht ihr die Zukunft von aktiven Fanszenen in Ungarn und überhaupt in Europa?
In Europa wird die Ultrasszene immer größer und besser. Immer mehr Leute interessieren sich dafür. Die Choreos werden immer besser und sind teilweise schon Kunst. Ultras ist schon eine Lebensphilosophie. In Ungarn sind wir da noch etwas zurück. Das liegt zum einen an unfähigen Vereinsoberen und der niveaulosen Liga. Ein Nachteil ist sicher die Tatsache, dass die Medien keinen Unterschied zwischen Hools und Ultras machen, und somit alle in einen Topf werfen.

- Eure Meinung zur Kandidatur von Ungarn und Kroatien für die EM 2012?
Die Meinungen sind geteilt. Immer mehr Leute sagen, dass wir keine EM brauchen, auch wenn so ein Ereignis auch viele Vorteile hat. Es werden neue Stadien gebaut. Der Staat verdient mit den Einnahmen und der Werbung viel Geld. Wer aber soll die Kosten für so ein Ereignis tragen? Die Klubs haben kein Geld. Unserer Meinung nach sollte der ungarische Fußball zuerst ein höheres Niveau erreichen bevor man ernsthaft in Erwägung zieht eine EM auszurichten. Solange durchschnittlich nur rund 2.500 Zuschauer die Spiele der 1. Liga besuchen macht das nicht viel Sinn.

BORUSSIA DORTMUND IN GELB-WEISS!

Nicht schlecht staunten die Fans des deutschen Erstligisten Borussia Dortmund, als bekannt wurde, dass die Heimdressen ihres Teams in Zukunft nicht mehr gewohnt schwarz-gelb, sondern gelb-weiß sein werden. Die Fans protestierten sofort: BORUSSIA BLEIBT SCHWARZ-GELB. Alle Proteste waren vergebens, lediglich für das nächste Jahr wird daran gedacht wieder in schwarz-gelb aufzulaufen. Für Verwunderung sorgt auch das neue Sponsorlogo: Die Firma RAG (Ruhrkohle AG) geht im Herbst an die Börse und plant sich nachher umzubenennen. In der Zwischenzeit ziert ein grünes Ausrufezeichen, das von einem Künstler entworfen wurde, das Borussen Dress.
Die BVB Fans ereilte somit ein ähnliches Schicksal wie die des SV Werder Bremen, die es vor drei Jahren hinnehmen mussten, dass ihr Team plötzlich in orange-grünen Heimdressen auflief. Auch in Bremen halfen Proteste der Fans nichts (NO ORANGE!). Auf den Heimdressen für die derzeitige Saison ist das Orange zwar nicht mehr so dominant, dafür gibt es aber fast keine Fanartikel mehr, die nicht mehr orange sind. Die Auswärtsdressen der Bremer indes sind, so wie die Heimdressen der letzten Saisonen, Hälfte grün und Hälfte weiß. 

RUHRSTADION WIRD ZU REWIRPOWER STADION

Tief im Westen Deutschlands, mitten im Ruhrpott liegt Bochum und sein Ruhrstadion. Europaweit kennt man die Stadt nicht nur wegen Herbert Grönemeyer, sondern auch wegen des dort ansässigen VfL und wegen des Ruhrstadions. Vor wenigen Wochen hat der Rat der Stadt Bochum als Eigentümer des Ruhrstadions einer möglichen Vermarktung zugestimmt. Kurz vor Beginn der neuen Bundesliga Saison nun wurde verkündet, dass das Ruhrstadion in rewirPower-Stadion umbenannt wird. Rewirpower ist ein Produkt der Stadtwerke Bochum, Herne und Witten. Die Stadtwerke Bochum zahlen dafür in einem Zeitraum von 5 Jahren insgesamt 7 Mio. Euro an den VfL. Die Fans der Blau-Weißen machten sofort mobil, starteten eine Unterschriftenaktion und organisierten am 20. August eine Demo vor dem BL Heimspiel gegen Bayern. Rund 500 Leute, darunter auch Leute der Schickeria München, nahmen daran teil. Es gab Protestspruchbänder und eine entsprechende Ruhrstadion Choreographie. UNSERE HEIMAT, UNSERE LIEBE - RUHRSTADION - FÜR IMMER, UND EWIG! Weitere Infos unter: www.pro-ruhrstadion.de

US-MILLIARDÄR ÜBERNIMMT ASTON VILLA

Der englische Erstligist Aston Villa hat einer Übernahme durch eine von US-Milliardär Randy Lerne geführte Investorengruppe zugestimmt.
Der Premier-League-Klub aus Birmingham habe das Angebot in Höhe von rund 93 Millionen Euro angenommen, hieß es dazu am Montag (14.08) in einer an der Londoner Börse veröffentlichten Erklärung. Lerner, unter anderem auch Besitzer des US-Football-Teams Cleveland Browns, hat damit einen monatelangen Übernahmekampf für sich entschieden.
Vier Unternehmer hatten seit September 2005 um die Kontrolle über den börsennotierten Traditionsverein gerungen. Der Vorstand empfahl dem seit 1982 amtierenden Klubchef Doug Ellis, der 39 Prozent der Villa-Anteile besitzt, den Verkauf der Mehrheit an die Gruppe um Lerner.

KEIN TESTSPIEL GEGEN RED BULL SALZBURG!

Die aktive Kölner Fanszene boykottierte das für den 30. August angesetzte Testspiel der Geissböcke gegen Red Bull Salzburg. In einer Presseaussendung schreibt der Dachverband der Kölner Fanklubs: Für uns als aktive Fans, die den Fußball lieben und leben, ist es mit der eigenen Mentalität und Einstellung zum Fußball unvereinbar, ein solches Spiel zu besuchen und hierdurch den unverhältnismäßigen Umgang mit der Salzburger Fanszene, die zur Besten ihres Landes zählt, noch zu unterstützen... Wesentlich sinnvoller wäre beispielsweise ein Test gegen die wahre Austria gewesen, womit gleichzeitig auch der sicherlich schwierige Neustart dieses Traditionsvereins gefördert und unterstützt worden wäre. Weiterhin möchten wir auf diesem Wege unsere Solidarität mit den Fans der neu gegründeten SV Austria Salzburg zum Ausdruck bringen. Wir unterstützen den eingeschlagenen Weg voll und ganz!
Weitere Informationen und Bilder von den Protestspruchbändern gibt es auf der Homepage der Wilden Horde www.wh96.de

PROTEST IN NÜRNBERG!

Im Sommerdieses Jahres feierte das Fiasko Nürnberg, die Würzburger Sektion der UN, ihr 5jähriges Bestehen. Vor drei Wochen sollte das Jubiläum im ersten BL Heimspiel gegen M‘ Gladbach auch mit einer Choreographie begannen werden. Hätte deswegen, da die geplante Luftballonchoreo vom Verein wenige Tage vor dem Spiel kurzerhand nicht genehmigt worden ist. Die Luftballone könnten aufs Feld fliegen und einen Spielabbruch provozieren, hieß es lapidar. In Wahrheit dürften die Vereinsverantwortlichen wohl dem Druck des Sponsors Kulmbacher (Brauerei) nachgegeben haben. Der Bierhersteller hatte eigens für das Spiel 40.000 Plastikfähnchen mit Sponsorlogo drucken lassen und wollte sich seine „Choreographie“ wohl nicht von den Ultras zunichte machen lassen.

FRANKFURTER OHNE FANUTENSILIEN IN MAINZ

Um Schlägereien mit Mainzer Fans zu verhindern, mussten Fans der Frankfurter Eintracht, die Karten für die neutralen Sektoren des Stadions hatten, Ihre Trikots, Schals und Fahnen beim Eingang abgeben. Nicht wenige Fans saßen deshalb oberkörperfrei im Mainzer Stadion. Die Frankfurter im Gästeblock betraf diese Regelung der Mainzer Vereinsführung nicht, sie durften ihre Sachen anbehalten.  Diese Art der Fanbetreuung in Deutschland ist nicht neu. Fans von Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig (auswärts in Wolfsburg) mussten ähnliche Schikanen auch schon über sich ergehen lassen.

GEGEN DEN MODERNEN FUSSBALL III

ULTRAS RAPID BLOCK WEST 1988                        Wien, September 2006